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Kunstpreis Robert Schuman / Prix d’Art Robert Schuman

9. Dezember 2007 bis 20. Januar 2008

Preisträgerin des mit 10.000 € dotierten bedeutendsten und qualitätvollsten Preises der gesamten Region wurde die Trierer Künstlerin Pia Müller. Zur Begründung der Jury heißt es:

„Das Werk von Pia Müller strahlt hohe Sinnlichkeit aus und entfaltet eine starke emotionale Wirkung auf den Betrachter. Das Spiel zwischen Wohlgefühl und Ekel, das Ausreizen der eigenen körperlichen Belastbarkeit und die Thematisierung der körperlichen Wahrnehmung sind wichtige Elemente in der Kunst. Pia Müllers Arbeiten schließen alle diese Aspekte mit ein.”

Insgesamt sechzehn Künstler bewarben sich um den Kunstpreis mit Werken unterschiedlicher Genres gegenwärtigen Kunstschaffens, die in der Ausstellung zu sehen waren. Von Malerei über Videokunst, Plastik, Zeichnungen und Fotografie bis hin zu Installationen und Performances präsentierte die Ausstellung ein hohes Niveau zeitgenössischer Kunst und spannender Künstlerpositionen. Soziales Mit- und Gegeneinander, globale und regionale Nähe, Mensch und Natur, bzw. Mensch und Stadtraum sowie Individualität und individuelle Unterschiede sind zentrale Themen, die die Künstler auf unterschiedliche Weise in ihren Werken beleuchten.

Der Betrachter wurde in der Ausstellung anhand optischer und ästhetischer Mittel sowie durch geräuschvolle und stumme Installationen mit den unterschiedlichen künstlerischen Positionen konfrontiert, zur Reflektion und zum Dialog mit ihnen aufgefordert. Der Raum, in dem die jeweiligen Werke gezeigt wurden, ob im Inneren oder außerhalb des Museums, spielte hierbei eine wichtige Rolle. So befand sich ein Teil der Ausstellung im Kreuzgang und im Innenhof des Stadtmuseums, bzw. im Parkhaus der Galeria Kaufhof schräg gegenüber des Simeonstifts. Auch die Porta Nigra wurde mit einbezogen. Auf diese Weise verband sich die Kunst mit dem Stadtraum und wirkte in ihn hinein. An einzelnen Kunstwerken gingen die Künstler bei der Einbeziehung des Besuchers sogar noch weiter und forderten ihn auf, sich selbst einzubringen, die Arbeit (mit) zu gestalten oder es zu verändern.

In der Kunstpreis Robert Schuman – Ausstellung geht es nicht darum, möglichst radikale Ansichten zu formulieren und drastische Sachverhalte anhand zeitgenössischer Kunst aufzudecken. In erster Linie sieht sich der Kunstpreis als eine Plattform für gegenwärtige Künstler der Großregion, der ihre unterschiedlichen Positionen und Ansätze präsentiert ohne eine direkte Wertung vorzunehmen. Ziel ist es ferner, das grenzüberschreitende Netzwerk, das innerhalb der Städtekooperation der QuattroPole – ein weiterer Partner des Kunstpreises – seit Jahren besteht, auf künstlerischer Ebene auszubauen, zu intensivieren und zum gegenseitigen Austausch beizutragen.

Eine Besonderheit des Kunstpreises Robert Schuman 2007 war die Einladung an den rumänischen Künstler GORZO, der Sibiu, die weitere Kulturhauptstadt Europas 2007, in der Trierer Ausstellung vertrat. Drei Werke wurden von ihm präsentiert, wobei er nicht zu den Bewerbern um den Kunstpreis gehörte. Die Kooperation mit Sibiu ist ein Signal der Öffnung kultureller Zusammenarbeit im Hinblick auf neue Mitgliedstaaten der Europäischen Union, verbunden mit dem Wunsch, durch den Ausbau des bestehenden Netzwerkes Ost und West einander näher zu bringen.

Zeitgleich zum „Kunstpreis Robert Schuman” wurde in der Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie der “Kunstpreis Robert Schuman – Best of” mit allen vergangenen Preisträgern präsentiert. Mehrere von ihnen gehören mittlerweile zu international bekannten und gefragten Künstlern, was die Qualität des Preises verdeutlicht. So erhielt die Luxemburgerin Su-Mei Tse (Preisträgerin 2001) für ihren Beitrag zur 50. Biennale in Venedig 2003 den Goldenen Löwen für den besten Nationenpavillon. Mit der Retrospektive, unterstützt vom Städtenetz QuattroPole, konnte eine Zwischenbilanz des bedeutenden Kunstpreises gezogen und die Vernetzung des Kulturraums der Großregion anschaulich gemacht werden.

Beide Veranstaltungen fanden im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres „Luxemburg und Großregion – Kulturhauptstadt Europas 2007″ unter der Schirmherrschaft Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin von Luxemburg und in Zusammenarbeit mit dem Städtenetz QuattroPole statt.

Teilnehmende Künstler
Luxemburg: Martine Feipel, Vera Kox, Max Mertens, Jeanine Unsen
Metz: Etienne Boulanger, Samuel François, Andrea Keen, Olivier Lounissi 
Saarbrücken: Claudia Brieske, Henrike Kreck, Andrea Neumann, Judith Sturm
Trier: Katharina Bihler / Stefan Scheib (Liquid Penguin Ensemble), Martina Klein, Pia Müller, Karola Perrot