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Sammlung auf Reisen

Das Stadtmuseum Simeonstift ist reich an Objekten und Sammlungsgegenständen. Zu sehen sind sie nicht nur im Trierer Museum selbst. Immer wieder werden Bilder, Objekte oder Sammlungsstücke an andere Museen verliehen. Dort bereichern sie thematische Sonderausstellungen, zu der ein passendes Werk seinen Heimatort in Trier hat. So geht das kulturelle Erbe der Stadt für einen bestimmten Zeitraum auf Reisen nach nah und fern. Hier finden Sie eine Auswahl unserer aktuellen Leihgaben.

Seit 16. September 2022
Wohnbereich Martinskloster “Haus am Baum”
Kostbare Service im Studentenwohnheim in Trier

Die Aufgaben eines Museums können so unterschiedlich und vielfältig sein. So stellt das Stadtmuseum Simeonstift Trier dem am 17.09.2022 neu eröffneten Studentenwohnheim Martinskloster in Trier eine besondere Leihgabe zur Verfügung.

Mit Unterstützung der französischen Präfektur eröffnete der aus dem Hunsrück stammende Fabrikant Christian Joseph Deuster in den Jahren 1808/09 im säkularisierten Martinskloster am Trierer Moselufer eine Porzellanmanufaktur, die sich rasch zu einem Großunternehmen entwickelte – allerdings dienten die kostbaren Service und Dekorgegenstände nicht mehr allein dem Adel, sondern dem erstarkenden wohlhabenden Bürgertum. Eines dieser charmanten Service, das mit Jagd-Szenen sowie heimischen und exotischen Tieren bemalt ist, hat das Stadtmuseum kürzlich an das Haus am Baum, dem Neubau des studentischen Wohnheims im ehemaligen Martinskloster ausgeliehen. Es kehrt damit an den Ort zurück, an dem es einst hergestellt worden ist.

Mit dem neuen Wohnbereich Martinskloster und dem Haus am Baum wird ein neues Kapitel studentischen Wohnens mit einem außergewöhnlichen Konzept aufgeschlagen. Prominent soll den jungen Bewohnern des Hauses die über 2000-jährige Historie des Ortes und der Stadt anschaulich gemacht werden. Dazu finden sich sogenannte Zeitkapseln in den Studentenapartments, in denen alltägliche Hinterlassenschaften und museale Objekte ein Stück Geschichte des Martinsklosters erzählen.

25. Juni bis 27. November 2022
Ausstellung: Der Untergang des Römischen Reiches
Drei koptische Textilien im Rheinischen Landesmuseum Trier

Das römische Imperium war gewaltig. Es nahm auf seinem Höhepunkt ein riesiges Gebiet ein, das die meisten Teile des heutigen Europas, Nordafrikas sowie des Nahen Ostens umfasste. Nur dank intelligenter Führung, einer straffen Verwaltung und innovativer Infrastruktur konnte es Jahrhunderte überdauern. Und trotzdem ging das Römische Reich unter – aber warum und wie?

Abb. 1: Unbekannter Künstler, Fragmentierter monochromer Orbiculus, 3.–4. Jahrhundert
Abb. 2: Unbekannter Künstler, Fragmentierter monochromer Orbiculus, 3.–4. Jahrhundert
Abb. 3: Unbekannter Künstler, Leinenstoff mit Orbiculus und Borte, 3.–4. Jahrhundert

Drei koptische Orbiculi (runde Besätze oder Einsätze) aus dem Stadtmuseum Simeonstift Trier bereichern den historischen Teil der großen Landesausstellung. Dort zu sehen sind zwei monochrome Orbiculi sowie ein Leinenstoff mit Orbiculus und Borte. Die Tücher mit den kreisrunden gewebten Ornamenten konnten als Decke, Kissenbezug oder auch als Wandbehang dienen. Die Orbiculi konnten ebenfalls auf Kleidungsstücken aufgebracht werden. Sie sind Teil der aus ca. 300 Stücken bestehenden Sammlung koptischer Textilien, die das Stadtmuseum 1907 von dem Trierer Kommerzienrat und Gerbereibesitzer Wilhelm Rautenstrauch geschenkt bekommen hat.

9. Oktober 2022 bis 22. Januar 2023
Ausstellung: Großes Landschaftstheater
Drei Landschaftsmaler in der Städtischen Galerie in Wittlich

Die Malerei von Edward St. John zeigt die Martinsmühle am Moselufer in Trier in enger Anlehnung an die Darstellung von Stanfield aus den 1830er-Jahren. Ein tiefer Horizont, eine Häusergruppe auf der linken Seite, die Römerbrücke im Mittelgrund des Bildes und eine dramatisch überhöhte Darstellung der Anhöhen auf der gegenüberliegenden Moselseite prägen das Gemälde. Im Bildvordergrund sind mehrere Personen, ein zu einer vorgelagerten kleinen Insel führender Steg und ein Fischerboot zu erkennen.

Das Gemälde von James Baker Pyne zeigt eine stark überhöhte Ansicht von Traben-Trarbach. Oberhalb des im engen Tal des Kautenbachs liegenden Dorfes thront auf einem Felsen die Ruine der im Polnischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen gesprengten Grevenburg. Gegenüberliegend wird sie von einem Felsen gesäumt, Bäume und Sträucher schmücken das Moselufer. Die Landschaft liegt unter einem bewölkten Himmel und ist im Hintergrund wie nach einem Regen in einen leichten Dunst gehüllt. Auf dem Fluss und am Ufer sind zwei Schiffe oder Boote unter Segeln zu erkennen.

Abb. 1: Edward St. John, Ansicht der Trierer Martinsmühle, 1923
Abb. 2: James Baker Pyne, Ansicht von Traben-Trarbach mit der Grevenburg, 1845
Abb. 3: George Clarkson Stanfield, Die Trierer Martinsmühle, 1857

In dieser Version der Trierer Martinsmühle George Clarkson Stanfields aus dem Stadtmuseum Simeonstift geht der Blick moselaufwärts in Richtung Römerbrücke, die der Maler trotz der Biegung des Flusses in nahezu ganzer Länge zeigt. Hinter der Mühle erscheint die westliche Turmgruppe des Trierer Doms und auf der Palliener Flussseite erfindet der Maler einen mittelalterlichen Turm hinzu. Neben der totografischen Wiedererkennbarkeit geht es Stanfield immer auch um die effektvolle Steigerung der Wirklichkeit.