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Nächte der Vielfalt

Das SCHMIT-Z gibt im Stadtmuseum einen Einblick in das queere Leben der 1920er-Jahre

Neue Mode, neue Körperideale – die Grenzen zwischen den Geschlechtern brechen auf in den 20er-Jahren. Das wird auch deutlich an der lebendigen queeren Szene dieser Zeit, die sich insbesondere in Großstädten wie Berlin entwickelt. Anziehungspunkt ist hier vor allem das legendäre Nachtlokal „El Dorado“, das zu einem Sinnbild neuer Freiheiten wird. Auch der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld prägt das queere Leben der Hauptstadt. Er setzt sich für den Schutz von homosexuellen und trans* Personen ein, die damals Strafverfolgung zu befürchten hatten. Die Spuren seines Wirkens führen bis nach Trier: Aus dem fernen Berlin lässt er der Trierer Bibliothek Ausgaben seiner Schriften zukommen, um in konservativen Kreisen Aufklärungsarbeit zu leisten.

Wie die queere Szene in den 1920ern in Trier aussah, lassen Lebensgeschichten wie die der Journalistin und Schriftstellerin Getrud Schloss erahnen. Sie ist eine von jenen, teils vergessenen Biografien, denen das SCHMIT-Z mit zwei Veranstaltungen in der Ausstellung „Die 20er – Goldene Zeiten, dunkle Jahre“ im Stadtmuseum Simeonstift nachgeht. Am 13. Oktober, um 19 Uhr, beleuchtet Vincent Maron in einem Vortrag „Queeres Leben in den Goldenen Zwanzigern“. Bei „Nächte der Vielfalt – Queere 1920er“ am 16. Oktober, um 19 Uhr, erzählen Chansons und Geschichten von den Hoffnungen, Herausforderungen und Freiräumen queerer Menschen vor über 100 Jahren. Beide Veranstaltungen zeigen zugleich, wie eng die Kämpfe und Errungenschaften von damals mit queeren Lebensrealitäten heute verbunden sind. Tickets für die beiden Veranstaltungen gibt es bei Ticket Regional und an der Museumskasse.

Queeres Leben in den Goldenen Zwanzigern
Vortrag von Vincent Maron (SCHMIT-Z e.V.)
Di, 13.10.26 | 19 Uhr | 8 €

Nächte der Vielfalt – Queere 1920er
Gesang, Poesie und vergessene Biografien (SCHMIT-Z e.V.)
Fr, 16.10.26 | 19 Uhr | 20 €