• Schriftgröße

Engagierte Ehranger retten historische Fahnen

Durch das beherzte Eingreifen und das finanzielle Engagement des Vereins „Ehranger Heimat“ konnten zwei historische Fahnen vor dem Verfall gerettet und der Sammlung des Stadtmuseums übergeben werden. Die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angefertigten Fahnen werfen ein Schlaglicht auf das Ehranger Vereinsleben und sind ein wichtiges Zeugnis der Geschichte dieses Stadtteils.

Die erste Fahne stammt vom „Verein der ehemaligen Frontkämpfer – Ehrang 1914-1918“ aus dem Jahr 1931 und zeigt eindrücklich, wie auch mehr als ein Jahrzehnt nach Kriegsende die Gräuel und Traumata der Kampfhandlungen gesellschaftlich nachwirkten: Das zentrale Bildmotiv zeigt einen verwundenden Soldaten inmitten eines Schlachtfelds, dem von seinem Kameraden eine Feldflasche gereicht wird.

Die zweite Fahne ist überliefert vom „Verein Katholischer Gesellen 1929-1933“ und zeigt den „Gesellenvater“ Adolph Kolping mit einem jungen Handwerker. Die katholischen Gesellenvereine waren bundesweit die Keimzelle für das heute noch bestehende Kolpingwerk. Umlaufend sind die Tugenden der Handwerkerschaft aufgeführt.

Der Verein „Ehranger Heimat“ sicherte die Fahnen nach ihrer Auffindung und bestritt die aufwendige Textilrestaurierung aus eigenen Mitteln: Die bereits stark lädierten Textilien wurden von der Textilrestauratorin Elisabeth Scher aus Trier gesichert, ausgebessert und stabilisiert, sodass die Fahnen nun auch für kommende Generationen in altem Glanz erstrahlen.

Dr. Bernd Röder, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stadtmuseum, freut sich über die Neuzugänge in der städtischen Sammlung: „Es ist uns als Museum ein besonderes Anliegen, nicht nur historische Zeugnisse aus der Kernstadt zu führen, sondern auch die Geschichte abzubilden, die sich in den eingemeindeten Stadtteilen abgespielt hat. Hierfür sind die Fahnen ein besonders kostbares Zeugnis und wir freuen uns darauf, sie in zukünftigen Ausstellungen der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

Weitere Informationen zu den beiden Fahnen können im aktuellen Jahrbuch 2026 der Ehranger Heimat nachgelesen werden.